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Die Angst vor dem Zahnarzt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dr. Dieter Kolb   
Mittwoch, 09. Juli 2008 um 09:24

Die Angst vor dem Zahnarzt oder die Angst des Zahnarztes vor der Angst der Patienten

Die Angst ist eine Emotion, die je nach Ausprägung unser gesamtes Denken und Handeln blockieren kann. Zum Andern kann uns ein optimales Maß an Angst zu Höchstleistungen anspornen, z.B. Flucht aus einem brennenden Haus, um unser Leben zu schützen. Die Angst vor Schmerzen, Katastrophen, Verlust erfüllt daher eine wichtige vitale Funktion:
Sie schützt unser Leben. In Zahnärztlichen Publikationen wird immer häufiger auf die Angst vor Zahnbehandlungen hingewiesen.Die Furcht vor zahnärztlichen Behandlungsmaßnahmen - immerhin leiden ca. 15 % der Erwachsenen unter einer überdurchschnittlichen Dentalangstausprägung - belastet nicht nur den Patienten selbst und hat Auswirkungen auf seine Mundgesundheit; sie kann auch Schwierigkeiten für das ganze Praxisteam (zusätzliche Stressfaktoren, wesentlich erhöhter Zeitaufwand, Behinderung der Compliance etc.) implizieren. In letzter Konsequenz trägt sie sogar zur Verzerrung des zahnärztlichen Berufsbildes in der Öffentlichkeit bei. - Zitat FreiFax des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte nach einem Artikel in der ZM über die Angst vor der Lokalanästhesie und einer Dissertation über Angstreduzierung am Beispiel endodontischer Behandlungen. Die Angst vor dem Zahnarzt oder der Zahnbehandlung setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen.

Um nur drei zu nennen: die Angst vor der Behandlung. Alles, was am Kopf geschieht ist emotional belegt, der Schutz des Kopfes ist eine wichtige Überlebensstrategie. Die natürliche Reaktion ist Flucht oder Meideverhalten. Die Scheu vor körperlichem Kontakt, die Biologische Distanz bestimmt die Reaktion (Zit. Nach Heini Hediger: Tiere verstehen). Im Tierreich bedeutet das Anbieten der Kehle z.B. Unterwerfung. das schlechte Gewissen der Patienten, der Patient weiß, dass er nachlässig mit der Zahnpflege war, dass er den vereinbarten Kontrolltermin schon lange hat verstreichen lassen. die Angst vor dem Zahnarzt selbst, der bedrohlich wirkt und seinen Instrumenten. Bewusst oder unbewusst wird er als Sadist angesehen. Das Martyrium der Heiligen Appolonia lebt unterschwellig in den Hirnen der Menschen weiter! An diesen drei Punkten der Angst vor dem Zahnarzt, anzusetzen, habe ich mir vorgenommen.
Hier können am einfachsten Änderungen erreicht werden. Wenn es uns gelingt, diese Angst vor uns Zahnärzten und dann auch vor unserem Tun zu minimieren, können wir besser auf den Patienten eingehen und unbeschwerter mit ihm arbeiten. Wir Zahnärzte sind medizinisch und zahntechnisch gut ausgebildet. Das können wir auch im Gespräch mit kooperativen Patienten gut ´rüberbringen. Das zeigen auch diverse Umfragen, die den Zahnärzten immer fachliche Kompetenz und Ansehen bescheinigen.Allerdings muss der Patient in der Praxis bereit und in der Lage sein, zuzuhören, damit die Behandlung optimal durchgeführt werden kann. Bei überängstlichen Patienten verhindern oft schon alleine unsere Körperhaltung und unsere Bewegungen die gewünschte Kooperation (Compliance). Dem ängstlichen Patienten muss man aus seiner Angst heraushelfen, um ihm eine gute Behandlung angedeihen lassen zu können!

  • Angsthaltung -> Angst vermindern ........
  • Angstfreiheit -> Erklärung und Aufklärung zugänglich machen = aufgeklärter Patient -> Er versteht die Behandlungsmaßnamen und Ziele der Behandlungund wird dadurch zum kooperativen Patienten.
Deutlich wird das bei „Gemälden“ von Kindern:




dort wird meist der Zahnarzt als großes bedrohliches Monster dargestellt, oft noch mit einer großen Spritze, einer riesigen Zange und mit dem (überdimensionierten) Bohrer in der Faust. Auch Karikaturen und Gemälde befassen sich mit Angst einflößenden Darstellungen des Zahnarztes, denn die Erwachsenen haben ebenfalls die Zahnarztangst in sich, die durch die Medien immer wieder genützt und dadurch verstärkt wird. Wer hat nicht vom „Marathon Man“ gehört oder gar den Film selbst gesehen? Kaum eine Filmkomödie kommt ohne den Zahnarzt aus, sei er der unglücklicher Liebhaber, ein Gauner oder - das kommt noch besser an - der Looser.
Damit kann der Zuschauer seine Ängste eingestehen und überträgt sie so: „Dem geschieht das gerade recht !“ Oft kann ein Patient den Zahnarzt kaum von dem Menschen, der Zahnarzt ist, trennen. Häufig höre ich im privaten Bereich:„Sie sind so ein netter Mann, wenn sie nicht Zahnarzt wären, könnte ich sie glatt gern haben.“ Die Angst vor dem Zahnarzt ist eben allgegenwärtig, sie zu ändern, ist mein Wunsch, auch deshalb, weil viele Zahnärzte nicht gelernt haben, diesen Stress der Patientenangst abzuarbeiten. Bei den Kinderbildern, in Karikaturen und in Filmen „erdrückt“ der Zahnarzt den Patienten. In Selbstbeobachtungen erkannte ich, dass meine Haltung am Patienten manchmal wirklich für den Patienten angsteinflösend scheinen musste. Das war mein Ansatzpunkt, als ich ´85 ein Angstvermeidungsseminar vorbereitete.Durch gezielte Haltungsschulung sollen Angsteinflössende Bewegungsabläufe vermieden werden.
Durch konsequente Vermeidung Angst machender Phrasen soll die Behandlungsvorbereitung entkrampft werden

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