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Meine Islandpferde PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Kolb   
Donnerstag, 31. Juli 2008 um 13:15

 

Meine Pferde               
Mit meinem ersten Islandpferd „Sleipnir“ hatte ich viel Freude.

Bei Ausritten und Jagden hielt er trefflich mit den anderen Pferden mit.

Man möchte ja sein Können testen, daher beschloss ich sehr bald. An einem Turnier hier im Saarland teil zu nehmen. Schon sehr schnell entdeckte ich, dass es nie einen „Doktor Bonus“ sondern meist einen „Doktor Malus“ gibt.

Meine Töltprüfung wurde so …bewertet, dass ich keine grosse Lust auf weitere Prüfungen mehr hatte. Dann wurde ich auch noch zu einem Notfall gerufen (30 km Fahrt in die Praxis) und gerade da sollte ich in den nächsten 60 Minuten zu der Passprüfung starten.

Patienten gehen vor und mein Freund Hannes Groh übernahm die Prüfung für mich und erreichte den 2. Platz!

Danach waren für mich die Turniere nicht mehr so interessant, ich verlegte mich mit der Familie auf die Disziplin Distanzreiten.

Nachdem sich die Anzahl der Pferde vergrößert hatte,

 

machten wir Familienausritte und nahmen dann an Distanzritten teil.

Nach einigen Jahren mit dem Bewegen der Pferde im Sattel – Distanzritte über 30, - 50, -80 Kilometer, meist mit der ganzen Familie, krönte ich mein Distanzreiterleben mit einem 100 Meiler in der Schweiz, dem Schnabelsbergcup.

Wie war ich glücklich mit meinem Funi frá Hreppholum die Distanz geschafft zu haben und ich fiel  nach den 19.21h Reitzeit, nicht ohne zuvor das Pferd abgewaschen, gefüttert und getränkt zu haben auf mein Strohlager im Pferdeanhänger!

Am folgenden Tag haben wir noch ein leckeres Züricher Geschnetzeltes mit Rösti verdrückt, dann ging es auf die Heimfahrt.

Die Autobahnpolizei war gnädig, als sie mich mit 105 km/h stoppte, die Polizisten  hatten ein Einsehen, dass sich Funi jetzt nach dieser Strapaze auf der Koppel besser fühlt – und mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung war dieses Problem gelöst. Danke, ihr lieben Polizeibeamten.

Die Kinder wurden dann jeweils als jüngste Teilnehmer geehrt.

So wurde ihr Mitmachen belohnt und sie kamen gerne mit. Sie fragten mich natürlich, wann ich denn meine ersten Erfahrungen mit diesen Vierbeinern gemacht hätte. Da suchte ich in meinem Fotoalbum und wurde schnell fündig: 1946 an Pfingsten. Da kam ein Onkel hoch zu Ross bei uns vorbei und ich durfte aufsteigen.

 

An einem Samstag las ich in der Zeitung, dass eine Art Wagonette zu verkaufen sei. Die ganze Familie kam mit, das Gefährt zu betrachten und es wurde sofort gekauft. Ein Geschirr hatten wir auch schnell besorgt und da mir gesagt worden war, Frekja wäre eingefahren, spannten wir auch sogleich an.

Die erste Fahrt am Waldrand entlang unserer Koppeln ging komplikationslos. Meine Kinder fragten mich, wo ich denn kutschieren gelernt hätte.

Da fiel mir ein, dass ich schon als 6 jähriger in Schmölz bei meinen Verwandten bei der Heuernte den großen Heurechen gefahren und bedient hatte.

Im Saarland gründete sich zu dieser Zeit die Fachgruppe – Fahren. Dort trat ich bei und machte dann zunächst das Bronzene Fahrabzeichen. 

In unserer kleinen Herde war auch eine eingefahrene Stute. Ich kaufte ein Wägelchen und so begann nun unsere Kutschzeit. Dabei half mir mein Schmied und Freund Gerhard Fischer, den ich dann 1994 mit zu meiner Umrundung Islands mit der Kutsche mitnahm..

 

Nachdem wir dann auch noch zwei Schimmel – also ein Passgespann – hatten, machte ich das Fahrabzeichenund besuchte auch Kutschturniere als Teilnehmer.Einmal war ich ganz perplex, als ich bei der Siegerehrung vorgerufen wurde und einen Pokal überreicht bekam. Das war aber kein Versehen des Veranstalters, ich hatte wirklich den ersten Platz errungen – bei den Kleinpferden, die anderen Teilnehmer fuhren alle mit Großpferden!

Zu den Turnieren kamen dann auch noch Hochzeitsfahrten von Freunden und Bekannten. Dafür  erwarb  ich eine Viktoria (die um 1910 gebaut worden war)  

 

 und ein Dreiviertelcoupé, das um 1780 wohl für den Bischof von Trier gebaut worden war – eine echte Antiquität. Das Gefährt ist noch in einwandfreiem Zustand.   

Um auszuprobieren, wie meine Isländer sich vor der Kutsche benahmen, wechselte ich immer die Pferde, so dass wir im Laufe der Zeit über vier zuverlässige Gespanne verfügten.  Nach Ablegen der Prüfung zum Silbernen Fahrabzeichen wurde auch vierspännig gefahren, was zwar mehr Arbeit macht, aber auch viel schöner ist.

Matthias, mein ältester Sohn war begeistert dabei. Auch er fuhr Turniere

Wir probierten auch andere Anspannungsvarianten aus: Tandem und Einhorn.  

 Aber der Viererzug war weiterhin am beliebtesten, vor allem als ich meine vier selbstgezogenen Schimmel, Vollgeschwister, eingefahren hatte.  

 

Nach Aufgabe der Islandpferdezucht und dem Verkauf der restlichen Isis, erinnern mich aber meine Kutschen noch oft an die schöne Zeit. 

 Einem echten Liebhaber würde ich die beiden Kutschen verkaufen.

 

 

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